Hirschlexikon
 
Eine Hirschkuh ist kein Reh!
Die weiblichen Tiere nennt man Hirschkühe bzw. Stück. Diese bekommen kein Geweih.
Rehe sind viel zierlicher und gehören einer anderen Hirschgattung an.
 
Waidmännische Ausdrücke:
Abwerfen: Das Abwerfen der Geweihstangen (ca. März)
Alttier: Weibliches Stück, das schon ein Kalb gesetzt hat
Äsen: Die Nahrungsaufnahme des Wildes. Das Wild äst oder es äst sich
Äser: Das Geäse, Maul des Wildes
Äsung: Nahrung des Wildes
Aufbruch: Die beim Aufbrechen herausgenommenen inneren Organe, Gescheide und Geräusch
Aufhaben: Der Hirsch hat ein Geweih auf. Er hat gut auf, wenn er ein starkes Geweih trägt. Er hat nicht mehr / noch auf, wenn er abgeworfen / noch nicht abgeworfen hat
Aufsetzen: Der Hirsch setzt auf, wenn er das Geweih bildet. Er hat gut aufgesetzt
Augsprosse: Unteres Ende des Geweihes
Auslage: Stangenstelluing beim Geweih. Es ist gut ausgelegt, hat eine gute Auslage
Bast: Kurz behaarte Haut des Kolbengeweihes
Beschlag: Deck-Akt des Hirsches. Das Stück ist beschlagen, d.h. besamt
Blatt: Schulterbaltt des Wildes. Klinke des Waidmessers
Brunft: Begattungszeit des Rotwildes
Brunftschrei: Der Schrei des Brunfthirsches
Decke: Die Haut
Dünnung: Auch Flämen oder Wammen. Die Bauchdecke
Einstand: Bevorzugter Aufenthalt des Wildes bei Tage
Eissprosse: Eisende. Zwischen Augsprosse und Mittelsprosse sitzendes Ende am Geweih
Ende: Sprosse am Geweih
Färben: Das Wild wechselt das Haarkleid, es verfärbt (Sommer-/Winterfell)
Färbezeit: Die Zeit in der das Wild sich verfärbt
Fegen: Das Abscheuern des Bastes, nach Beendigung des Geweihwachstums
Feisthirsch: Der Hirsch in der Feistzeit, d.h. im Hochsommer
Forkeln: Das Verletzen eines Artgenossen oder eines Hundes durch den Hirsch mit dem Geweih
Führen: Das Alttier führt das Kalb. Das Leittier führt das Rudel
Gabel: Die obersten beiden Enden am Achter- oder Eissprossenzehnergeweih
Geräusch: Herz, Lunge, Leber und Nieren
Gesäuge: Euter, auch Spinne genannt
Gescheide: Eingeweide. Das große Gescheide ist der Magen (Pansen),
das kleine Gescheide sind die Gedärme
Grandeln: Haken, Eckzähne im Oberkiefer des Rotwildes
Grind: Haupt, Kopf
Hauptbrunft: Höhepunkt der Brunftzeit
Kahlwild: Das weibliche Rotwild und die Kälber beider Geschlechter
Kalb: Das Jungwild während des ersten Lebensjahres
Kapital: Ganz außergewöhnlich stark
Kolben: Geweih des Hirsches im Bast
Kopf: Altersbezeichnung beim Hirsch z.B. vom 1. Kopf, d.h. er trägt das erste Geweih
Krone: Oberer Teil des Geweihes, wenn es die Enden und mehr über die Mittelsprosse trägt
Lauf: Hinterlauf, Vorderlauf. Das Bein des Wildes
Lauscher: Luser, Loser. Die Ohren des Wildes
Licht: Auge
Losung: Kot des Wildes
Mittelspross: Ende am Geweih über Aug- bzw. Eissprosse
Perlen: Die kleinen rundlichern Erhebungen am Geweih.
Ein Geweih ist gut bzw. schlecht geperlt
Platzhirsch: Hirsch, der sich in der Brunft ein Rudel erkämpft hat und seinen Platz behauptet
Röhren: Schreien des Hirsches
Rose: Ringförmige Verdickung am unteren Ende der Geweihstange
Rudel: Größere und geringere Anzahl von Wild, das dauernd oder vorübergehend zusammensteht
Schalen: Hufe des Wildes
Schlegel: Keule
Schmaltier: Weibliches Stück nach Beendigung des ersten Lebensjahres bis zum 1. Setzen bzw. bis zum Ende des zweiten Lebensjahres
Schmalspießer: Männlicher Hirsch vorm ersten Kopf
Setzen: Gebähren
Setzzeit: Zeit in der das Wild setzt
Spiegel: Der hell gefärbte Fleck um das Waidloch an den Keulen
Stange: Eine Hälfte des Geweihes
Stück: Bezeichnung für weibliches Rotwild
Suhle: Schlammiges Wasserloch, in dem das Wild sich wälzt; auch Sandsuhle
Talg: Hirschtalg, Feist, Fett
Wedel: Schwanz
Waidloch: After
Wildpret: Wildbret, Fleisch des Wildes
Windfang: Nase